Diese Fragen, die immer wieder an uns gerichtet wurden, haben wir für Sie zusammengestellt. Wir wollen Ihnen damit einen schnellen Überblick über die Problematik des Projektes "Feste Fehmarnbeltquerung" und des damit verbundenen Ausbaus der Strassen- und Schienenhinterland- anbindung ermöglichen.

 

Was passiert mit meinem Haus?

Immobilien an neuen Güterverkehrsstrecken drohen Wertverluste von mind. 30 % bis hin zur Unverkäuflichkeit!


Ist so viel mehr Lärm durch Güterzüge und LKW nicht ungesund?

Laut Bericht der WHO von 2002 kann chronischer Lärm u. a. zu Schlafstörungen, Leistungsbeeinträchtigungen, körperlichen
Stressreaktionen, Herz-Kreislauferkrankungen (Herzinfarkt) und Gehörschäden führen. Auch das Krebsrisiko ist nachweislich erhöht.


Ist es denn nicht gut, dass ein Tunnel statt einer Brücke gebaut werden soll?

Für einen Absenktunnel wird ein 20 km langer, 60 m breiter und über 20 m tiefer Krater in den Meeresboden gegraben. Dieser Krater führt mitten durch ein Schutzgebiet der höchsten europäischen Schutzklasse, ein Frauno-Flora-Habitat-Gebiet (FFH-Gebiet). Mit den Aushubarbeiten wird alles bisher am Meeresgund vorhandene Leben zerstört. Die Kinderstube des Schweinswals befindet sich in diesem Gebiet. Es ist eines der wenigen Rückzugsgebiete, das dieser geschützte Kleinwal noch hat.


Was passiert mit unseren Arbeitsplätzen, wenn die Touristen nicht mehr kommen, weil es bei uns zu laut und die Ostsee getrübt ist?

Ein Abwandern der Gäste z. B. nach Mecklenburg-Vorpommern, bedingt durch Lärm, wird befürchtet. Verschiedene Gutachten sehen deutliche Nachteile für Wirtschaft und Beschäftigung . Je nach Trassenverlauf werden zwischen 400 und 800 nachhaltige Arbeitsplätze unwiederbringlich verloren gehen.

 

Bleiben unsere Bahnhöfe erhalten?

Schon heute ist bekannt, dass der Bahnhof Neustadt verlegt, und der Bahnhof Sierksdorf geschlossen werden wird. Je nach Trassenverlauf können weitere Bahnhöfe von Schließungen oder Verlegungen betroffen sein.

 

Kann die Querung noch verhindert werden?

Der Artikel 22 des Staatsvertrags ermöglicht  Deutschland und Dänemark gemeinsam, aus diesem Projekt auszusteigen.



Artikel 22 Abs. 2 des Staatsvertrags besagt:

Wie  aus Artikel 5 Absatz 4 hervorgeht, gilt der allgemeine Grundsatz, dass die
Vertragsstaaten alles in ihrer Macht Stehende unternehmen, um das Projekt gemäß  den Annahmen zu verwirklichen
.  Sollten die Voraussetzungen für das Projekt oder Teile des Projekts sich  deutlich anders entwickeln als angenommen und anders, als es zum Zeitpunkt des  Abschlusses des Vertrags bekannt ist, werden die Vertragsstaaten die Lage aufs Neue erörtern. Dies gilt unter  anderem für wesentliche Kostensteigerungen im Zusammenhang mit dem Projekt. Die  finanziellen Verpflichtungen der Bundesrepublik Deutschland betreffen in jedem Fall nur die deutschen Hinterlandanbindung.